Sabrina Handler – Ausstellungsmanagement im MAK

Sabrina Handler, Leiterin des Ausstellungsmanagement im MAK: Wir haben sie zum Interview getroffen und nachgefragt. Besonders interessiert hat uns, welche Facetten das Ausstellungsmanagement in einer großen Institution wie dem MAK abdeckt.

1) Das MAK verfügt über AusstellungsmanagerInnen, KuratorInnen, SammlungsleiterInnen und KulturvermittlerInnen. Wie arbeiten Sie zusammen und ab welchem Punkt in der Ausstellungskonzeption und –planung kommen die AusstellungsmanagerInnen ins Spiel?

Das Ausstellungsmanagement ist von Anfang an in die Ausstellungsplanung des MAK involviert. Sobald das jährliche Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm feststeht, erfolgen auch die ersten Treffen mit den jeweiligen KuratorInnen und SammlungsleiterInnen. Bei einem internen Kick-Off-Meeting wird das jeweilige Ausstellungsprojekt dann in Folge allen daran beteiligten Abteilungen – darunter selbstverständlich auch der Vermittlungsabteilung – präsentiert und weitere Vorgehensweisen in regelmäßigen Meetings besprochen und diskutiert.

2) Was genau sind die Aufgaben der Ausstellungsorganisation?

Diese Frage in einem Absatz genau zu beantworten gestaltet sich als relativ schwierig, da die Ausstellungsorganisation als zentrale Schnittstelle und „Kommunikator“ zwischen allen an der Ausstellung beteiligten Personen – MAK-intern sowie extern – fungiert und somit wesentlich am Zustandekommen der Ausstellungen beteiligt ist.

Dies beginnt – wie bereits eingangs erwähnt – mit der jährlichen Ausstellungsplanung gemeinsam mit der Geschäftsführung, der Ausarbeitung von Zeitplänen für die einzelnen Ausstellungsprojekte, der Erstellung von Ausstellungsbudgets (und in Zusammenhang damit deren Kostencontrolling), dem Einholen von Anboten für Grafik, Drucksorten, Ausstellungsgestaltung etc., sämtlichen Kostenvergleichen, Preisverhandlungen und Rechnungsprüfungen, und reicht über der Korrespondenz mit privaten und institutionellen LeihgeberInnen, dem Erstellen von Objektlisten (für Leihverträge, Transport- und Versicherungszwecke), der Koordination und Betreuung von Ausstellungsauf- und -abbauten, der Kontaktaufnahme und Terminkoordination mit externen Firmen bis hin zur Vorbereitung und Organisation der jährlich stattfindenden Jury-Sitzung des MAK-Schindler-Stipendiatenprogramms, der Reiseplanung für KünstlerInnen, Vortragende etc., und schlussendlich zur Einschulung und Betreuung von VolontärInnen.

Ich denke, das fasst das Aufgabengebiet der MAK-Ausstellungsorganisation „im Wesentlichen“ zusammen…

Sabrina Handler, Leitung MAK-Ausstellungsorganisation - MAK | Sabrina Handler

Sabrina Handler, Leitung MAK-Ausstellungsorganisation – MAK | Sabrina Handler

3) Das MAK zeigt noch bis 23.6.2013 die Stufe 1 der Neupräsentation der MAK-Schausammlung „Wien 1900“ (die permanente Präsentation wird im Herbst eröffnet). Wie bewältigt man als Ausstellungsmanagerin ein Projekt mit einer derartigen Fülle an Objekten?

WIEN 1900 war für mich ein ganz besonderes Projekt, nicht nur aufgrund der Vielzahl der präsentierten Objekte, sondern aufgrund der Tatsache, dass ich erstmals mit beinahe allen MAK-SammlungleiterInnen gleichzeitig an einer Neupräsentation der Schausammlung zusammengearbeitet habe. Ein Projekt von solcher Dimension konnte allem voran aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit und Koordination zwischen dem Kurator Christian Witt-Dörring, den einzelnen MAK-KustodInnen und dem Ausstellungsgestalter Michael Embacher und seinem Team gelingen. Die einzelnen Aufbauphasen wurden minutiös von und mit allen Beteiligten geplant, anfangs erschien alles wie ein Puzzle mit hunderten Einzelteilen, die sich allmählich zu einem gelungenen Gesamtbild fügten.

4) Was sind die Herausforderungen in Ihrer Tätigkeit als Ausstellungsmanagerin? Welche Qualifikationen müssen Menschen, die in diesem Bereich Fuß fassen wollen, mitbringen?

Als Ausstellungsmanagerin ist man – aufgrund eines umfangreichen Ausstellungsprogramms und der Komplexität mancher Projekte – immer wieder hohen Beanspruchungen ausgesetzt. In derartigen Situationen, die teilweise auch mit extremem Zeitdruck verbunden sind, ist es besonders wichtig, den Überblick und vor allem einen „kühlen Kopf“ bei der Organisation und Realisierung von Ausstellungen und damit einhergehenden Veranstaltungen zu bewahren. Dabei sind auch äußerste Sorgfalt und Genauigkeit geboten. Neben Eigenschaften wie Flexibilität, sehr hoher Team- und Kommunikationsfähigkeit, spielt – speziell im Fall des MAK – selbstverständlich die Begeisterung für angewandte Kunst, Architektur und Design eine ganz wesentliche Rolle!

Zur Website des MAK

Link zur Ausstellung Wien 1900

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Kategorien:Allgemein

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