#do_it | Die erste KünstlerInnen-AG Österreichs

BARBARA SOMMERER IM GESPRÄCH MIT CHRISTIAN HENNER-FEHR

 

Barbara Sommerer ist Künstlerin. Barbara Sommerer ist aber auch CEO der ersten österreichischen AG aus dem Kunstbereich. Nicht börsennotiert versteht sich, doch wer weiß was die Zukunft bringt.

 

Das Gespräch zwischen Barbara Sommerer und Christian Henner-Fehr, seines Zeichens Spezialist für Projektmanagement und Social Media, war spritzig, kurzweilig, aber auch sehr lehrreich. Durch geschickte Fragen und Statements führte Christian Henner-Fehr sehr gekonnt durchs Gespräch. So erfuhren wir, dass Barbara Sommerer ihre künstlerische Ausbildung in Wien, Linz und Prag absolvierte. Dann gründete sie ein KünstlerInnenkollektiv aus dem schließlich die Aktiengesellschaft entstand. ›Das Aktienrecht hat sich historisch in Österreich aus dem Vereinsrecht entwickelt.‹ so Barbara Sommerer. Daher fand sie sich, trotz der recht aufwendigen Rechtsform einer AG, sehr schnell zurecht.

 

Die Widerstände, eine Aktiengesellschaft zu gründen, waren von außen größer, im Team erhielt sie jedoch die nötige Unterstützung. Bereits seit zwei Jahren realisiert sie nun mit der Projektform AG nach künstlerischen Grundsätzen beispielsweise Firmenmuseen, Rundgänge und andere Kunst- oder Kulturprojekte für Industrieunternehmen und Produktionsbetriebe.

Die Aktiengesellschaft bietet sehr viel Transparenz. Als CEO wird sie von einem sog. Aufsichtsrat ›kontrolliert‹. Diesen hat sich Barbara Sommerer sorgfältig zusammen gestellt. Von einem Wirtschafts-Manager, über einen Jurist, einer Kulturmanagerin bis hin zu einem Kurator reichen die Berufsbilder, die ihr im Aufsitzrat reges Feedback geben. Der Aufsichtsrat ist weniger ein Kontrollinstrument, als eine Laborsituation, in der interne Entwicklungen besprochen und diskutiert werden. Durch die spartenübergreifende Zusammensetzung ermöglicht er der Projektform AG den steten Blick über den Tellerrad – auf die Bedeutung dieses offenen Austausches hatte bereits Daniela Unterholzner in ihrer Keynote hingewiesen.

 

Verändert hat sich einiges seit der Gründung der AG. Vom basisdemokratischen Künstlerkollektiv war es doch ein großer struktureller Schritt zur hierarchisch organisierten Aktiengesellschaft. Entscheidend war für Barbara Sommerer und ihre Künstler-KollegInnen aber die Einsicht, dass basisdemokratische Entscheidungsfindungen nicht nur Nerven, sondern auch viel Geld koste, und Profit oder Gewinn kein „Makel“ sei, sondern notwendige Grundlage, um frei und unabhängig agieren und arbeiten zu können.

 

Dennoch stellt sie sich immer wieder die Frage: Als WER oder WAS fälle ich Entscheidungen? Als CEO oder als Künstlerin?

 

Das Interview mit Barbara Sommerer anlässlich des Kulturmanagement Forum in der Presse finden Sie HIER.

 

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