Diplomiert … deprimiert?

…das muss nicht sein! Das Berufsfeld Kulturmanagement hält viele spannende Möglichkeiten bereit für alle, die ›was mit Kultur machen‹ möchten.

›UND WAS MACHT MAN DANN EIGENTLICH DAMIT?‹

Hat man sich für ein geisteswissenschaftliches Studium entschieden, wird man früher oder später von Freunden, Verwandten und Bekannten mit dieser eher unangenehmen Frage konfrontiert. Die Antwort ist meist ein verlegenes Schweigen, gefolgt von einem kleinlauten ›Na, irgendwas mit Kultur halt‹. Übrig bleibt meist ein gewisses Gefühl der Frustration bei den Befragten, die sich tatsächlich selbst nicht so genau vorstellen können, wo ihre berufliche Zukunft liegen könnte. Aber: der Kulturbereich hält mehr konkrete Aufgaben bereit, als gedacht, wie zum Beispiel den vielseitigen Job der|des KulturmanagerIn.

 

Cultural entrepreneurship Vienna

Foto: See-ming Lee_Eddie Kang In the middle of, 2013 (mixed media on canvas)  Gallery Ihn  Art Basel Hong Kong 2013  – Flickr | CC BY 2.0

 

WAS IST DAS ABER EIGENTLICH GENAU, EIN|E KULTURMANAGER_IN?

Sind KulturmanagerInnen lediglich VerwalterInnen und VerkäuferInnen? Inszenieren und kommerzialisieren sie Kultur? Sind sie VermittlerInnen zwischen abgehobener Kunstwelt und wirtschaftlicher Realität?

Das noch junge Berufsbild Kulturmanagement entstand erst Anfang der 90er Jahre und sah zunächst tatsächlich rein organisatorische und administrative Aufgaben vor, da viele KünstlerInnen befürchteten, dass die Freiheit und Qualität ihrer Kunst durch zu viel ›Management‹ in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

 

HEUTE IST ES ALLERDINGS ENTSCHIEDEN ANDERS:

Gemeinsam mit dem Kultursektor, der sich immer mehr aus temporären Projekten von Freelancern, sowie Kooperationen zwischen verschiedensten kulturellen Sparten und gesellschaftlichen Bereichen speist, hat sich auch das Einsatzfeld der KulturmanagerInnen stark geweitet.

Sie treten heute u.a. als ›cultural entrepreneurs‹ auf und beschäftigen sich mit Aufgaben der Organisation und Administration. Darüber hinaus sind sie maßgeblich an der inhaltlichen Konzeption kultureller Prozesse beteiligt. Anstatt also lediglich Kulturinstitutionen zu verwalten, gestalten KulturmanagerInnen das gesellschaftliche Kulturleben kreativ mit. Immer öfter ist Kulturschaffende nicht unbedingt bei einer öffentlichen Institution festangestellt (obwohl es diese Arbeitsplätze natürlich auch gibt), sondern ist selbstständig in verschiedensten Projekten unternehmerisch tätig, die häufig die Möglichkeiten unterschiedlicher Grenzbereiche wie etwa Kultur und Bildung oder Kultur und Wirtschaft ausloten. Auf diese Weise wird die Rezeption und Durchsetzung von Kunstformen maßgeblich vom Kulturmanagement beeinflusst, wodurch der|die KulturmanagerIn zum|r aktiven GestalterIn kultureller Kontexte wird. Gute KulturmanagerInnen sind also an bestehenden Strukturen und an Innovationen und ständig neuen Herausforderungen interessiert, sie sind effizient und professionell, zugleich aber auch unabhängig, dynamisch und frei in der Wahl der zu realisierender Projekte.

Bei aller Freiheit haben KulturmanagerInnen aber auch einen sozialen Anspruch: ausgestattet mit einem weiten Kulturbegriff sind sie stets auf der Suche nach neuen Einsatzfeldern zur Gestaltung des kulturellen Lebens. Sie versuchen so Kunst und Kultur für unterschiedlichste gesellschaftliche Schichten relevant werden zu lassen und unter Berücksichtigung von Bildungsfragen und sozialen Themen, miteinander zu verknüpfen.

 

Alles in allem ist eine Fortbildung in Kulturmanagement, wie das Institut für Kulturkonzepte sie in verschiedensten Formen anbietet, eine attraktive Zusatzqualifikation für GeisteswissenschaftlerInnen, die sich durch ihr Studium nicht gut auf die Praxis in der Arbeitswelt vorbereitet fühlen. Je nach Interesse lässt sich auch ein Schwerpunkt wählen, der der bisherigen Ausbildung Rechnung trägt: so kann man sich auf eine bestimmte Kunstsparte wie etwa Film, Musik, Literatur, Architektur oder bildende Kunst spezialisieren, sich der Kulturpädagogik und -vermittlung verschreiben oder den Fokus auf Freizeit- und Tourismusevents legen.

 

© Claudia Hogl | Institut für Kulturkonzepte

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