Spielraum für Lebenslanges Lernen

 

Imke Grimmer studierte in Berlin und Südfrankreich Ethnologie, Romanistik und Arabistik und hat zunächst in Bildungsprogrammen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in Burkina Faso und im Jemen gearbeitet, seit 2008 ist sie im Bereich Kultur und Entwicklung am Goethe-Institut in München tätig und für Bildungsprogramme im Kulturbereich, insbesondere für Kulturmanagement, zuständig. Wir haben Sie zu Trends und Entwicklungen im Bereich der Weiterbildung befragt.

 

MITARBEITER_INNEN ALS INNOVATIONSFAKTOREN: WIE KÖNNEN ORGANISATIONEN IHRE POTENTIALE NUTZEN?

MitarbeiterInnen, insbesondere in größeren Organisationen, sind die Basis von Kontinuität und Wandel: sie halten bewährte Abläufe aufrecht und erneuern sie gleichzeitig durch die fortlaufende Weiterentwicklung von Verfahren, Kooperationsformen, methodischen Herangehensweisen und der Darstellung der Arbeit nach außen. Aus diesem Grund sollte den MitarbeiterInnen genügend Handlungsspielraum für das Einbringen eigener Ideen und die Möglichkeit der kontinuierlichen Weiterbildung eingeräumt werden. Denn erst wenn genügend Raum für Eigenes und Neues existiert, kann das Potential wirklich genutzt werden.

 

LIVE LONG LEARNING: EIN ZUKUNFTSTRÄCHTIGES MODELL, BEREITS REALITÄT ODER NICHT REALISIERBAR?

Aus meiner Sicht wird dieses Modell bereits umgesetzt, wie oben beschrieben muss dafür der Arbeitgeber|die Organisation den notwendigen Spielraum und die Kosten dafür grundsätzlich einplanen, es sollte als Konzept UND als Praxis nichts Besonderes sein, sondern regulär zur Personalentwicklung von Organisationen dazu gehören. Hilfreich wäre, vielseitige Anreize für berufsbezogenes lebenslanges Lernen zu schaffen, auch mal aus dem eigenen, bekannten Bereich auszubrechen und ›out of the box‹- Angebote zu machen, denn eine Bergwanderung, ein Trommelworkshop oder ein gemeinsamer Theaterbesuch können z.B. für Teamentwicklungs- oder Themenfindungsprozesse mehr bringen als ein theoretisches Seminar.

 

WAS HAT BILDUNG MIT KULTUR ZU TUN? WAS SIND DIE WEITERBILDUNGSMETHODEN DER ZUKUNFT?

Formale und nonformale Bildungsangebote sind immer in die jeweiligen Kulturen, aus denen sie entstehen, eingebettet: die Art und Weise, wie z.B. ein Seminar geplant und umgesetzt wird, ist Ausdruck der jeweiligen Kulturen: der Organisationskultur, der Ortskultur, der Lernkultur etc.. Weiterbildungsmethoden der Zukunft wie ich sie mir wünsche sind viel stärker spartenübergreifend, verschränken das in Europa noch sehr stark verbreitete akademische Lernen und Lehren mit den Künsten und sprechen nicht nur den Verstand, sondern auch den Körper an, denn wir lernen viel besser, wenn wir Körper und Geist als miteinander verbunden behandeln und nicht künstlich voneinander trennen.

 

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