Führungskultur

ERFOLGRICHES LEADERSHIP IM KUNST- UND KULTURBETRIEB

 

Kunst und Kultur benötigt besondere Persönlichkeiten mit der Fähigkeit, die Sinnhaftigkeit und das Bildungspotenzial eines Kunst- oder Kulturprozesses  vermitteln und  vermarkten zu können. Kunst und Kultur bewegt sich meist im subventionierten Rahmen. Profitorientiertheit ist zwar ein entscheidender, aber nicht unbedingt priorisierter Faktor in der beruflichen Zielverwirklichung. Dementsprechend sind viele MitarbeiterInnen der Kunst- und Kulturbranche leidenschaftliche Beschäftigte, welche die unterschiedlichen Ausdrücke künstlerischer Praxen analysieren, diskutieren, bewerten und möglich machen. MitarbeiterInnen in Kulturorganisationen zeichnen sich meist durch einen hohen Bildungsgrad aus, sind oftmals gleichzeitig selbstständige Kunst- und Kulturschaffende, KuratorInnen, AutorInnen oder PhilosophInnen. Aus diesem Grund stellen diese vielfältigen Angestellten bestimmte Forderungen an ihren Berufszweig, und im Zuge dessen auch an ihre Führungskräfte.

Im Folgenden werden anhand dreier ausgewählter Blogbeiträge, die zentralen Elemente erfolgreicher Führungskräfte vorgestellt:

  • Alexander Benedix, Inhaber des Blogs: „Fit for Leadership“
    veröffentlichte im März 2016 ein sogenanntes „Survial-Kit“ für Führungskräfte. Dabei orientiert er sich am situativen Führungsmodell nach Paul Hersey (Link). Dieses Modell betont, dass Beschäftigte als Selbstständige entwickelt werden müssen und Führungskräfte flexibel auf Motivation und Handlungswilligkeit der MitarbeiterInnen reagieren sollten.
  • Heinz-Peter Wallner publizierte im Februar 2016 in der Blogrubrik des Hernstein Institut eine „To-Do-Liste“. Auch er setzt auf Flexibilität und Kreativität, betont aber auch die Notwendigkeit, Erfahrungswissen und Intuition in Wahlprozesse miteinzubinden.
  • Sophia von Rundstedt schreibt im Dezember 2015 auf talente-bewegen.de über die Wünsche von ArbeitnehmerInnen und definiert aus diesen heraus die Führungskraft als Karrierecoach. Sie plädiert für offene Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Unternehmen, um MitarbeiterInnen zu fördern. Führungskräfte sollen sich zudem von der sogenannten „Präsenzkultur“ lösen und Vertrauen zu allen Mitgliedern eines Betriebs aufbauen sowie loborientiert leiten.

 

Kulturbezirk St. Pölten © Helmut Lackinger

Kulturbezirk St. Pölten © Helmut Lackinger

 

Werden diese Empfehlungen auf den Kulturbetrieb übertragen, ergeben sich folgende vier Punkte, die für Führungskräfte zu beachten sind:

FLEXIBILITÄT

Flexibel zu sein, ist ein entscheidender Faktor für gute Führung. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten einer Kunst- und Kulturinstitution benötigen einen Führungsstil, der sich den aktuellen Gegebenheiten anpasst und Bedürfnisse der MitarbeiterInnen beachtet. Es gibt komplexe Wege der MitarbeiterInnenführung, die individuell verhandelt und angepasst werden müssen.

PARTIZIPATION

Manche Entscheidungen muss die Führungskraft in Eigenregie abhandeln, schließlich obliegt ihr die Verantwortung für das Unternehmen. Doch das Potenzial hoch gebildeter MitarbeiterInnen muss genutzt werden. Diese in entsprechende Entscheidungsprozesse miteinzubinden und allgemeine Beratungstätigkeiten auszulagern, wirkt nicht nur motivierend, sondern fördert die Selbstständigkeit.

Evaluierung

Die unterschiedlichen Bedürfnisse der MitarbeiterInnen können nur durch regelmäßige Evaluierungen erkannt werden. Meetings, MitarbeiterInnengespräche und außerbetriebliche Aktivitäten lassen sich nutzen, um den Zufriedenheitsfaktor zu ermitteln und binden diese zudem positiv an das Unternehmen. Der Aspekt des „Angehört werden“ wird hoch bewertet.

IDENTIFIKATION

Kulturbetriebe werden durch leidenschaftliche MitarbeiterInnen getragen. Das Interesse für Kunst und Kultur geht über den Arbeitsalltag hinaus. Gleichzeitig arbeiten sie in einem Bereich, in dem tendenziell keine hohen Honorare gezahlt werden. Daher muss die Führung klar kommunizieren, welchen Stellenwert die Arbeit des Betriebs für Gesellschaften, die künstlerische Welt sowie Andere hat und kollektive Zielvereinbarungen festlegen. Die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit muss deutlich von der Führungskraft vermittelt werden. Ebenso soll eine Führungskraft loben.

 

Natürlich braucht es mehr als diese vier Empfehlungen, um eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit zu sein. Die Kunst der guten Führung in der Kunst- und Kulturbranche liegt besonders darin einen Balanceakt zwischen der Förderung der individuellen sowie der künstlerischen Ziele, und der Unternehmensziele zu vollführen. Dies mag zwar eine komplexe Herausforderung darstellen, lohnt sich aber um das größtmögliche Potenzial eines Betriebes und deren MitarbeiterInnen entfalten zu können.

Beitrag von Alexandra Toth

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s