Ich schätze die Abwechslung sehr – Alumni Nadine Landa

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Nadine Landa

Mein Einstieg ins Kulturmanagement erfolgte, wie wahrscheinlich bei vielen, über Umwege. Nach Abschluss des Kommunikationswissenschaftsstudiums und einer Ausbildung im Modedesign waren es schließlich Praktika in der Kostümabteilung der Salzburger Festspiele, die Wunsch und Interesse weckten, im Kulturbereich, am liebsten am Theater, zu arbeiten. Mein erster Job war am Schauspielhaus Salzburg, zuerst im Betriebs- und Kartenbüro. Da ich immer wieder die Möglichkeit bekam, neue Aufgabengebiete zu übernehmen und mich weiterzuentwickeln, bin ich nun bereits beinahe sechs Jahre an diesem Haus tätig.

Derzeit bin ich Assistentin der Theaterleitung und leite das Künstlerische Betriebsbüro. Mein Tätigkeitsbereich ist vielfältig – er reicht von interner Organisation und Disposition über die Betreuung unserer Gastspieltätigkeiten und unseres Fördervereins bis zur Mitarbeit bei der strategischen Planung, Budgetplanung und Kooperationen. Ich schätze dieses abwechslungsreiche Aufgabengebiet sehr. Strategisches Denken ist genauso gefordert wie die Umsetzung in der Organisation. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Abteilungen, vom Schauspielensemble über die technischen Abteilungen bis zur Buchhaltung und der angegliederten Theatergastronomie steht auch an der Tagesordnung. Ich mag es, Ideen zu entwickeln, in Strukturen und Handlungen umzusetzen und letztendlich zu sehen, dass sie funktionieren.

So konnte ich schon einiges an Erfahrung sammeln. Um auch theoretisch mein Wissen zu erweitern, vor allem aber, um herauszufinden, in welchem Bereich ich konkret meine Zukunft sehe, habe ich vor zwei Jahren mit dem Zertifikatslehrgang für Kulturmanagement begonnen. Was mich zudem besonders freute, war die intensive Auseinandersetzung im Rahmen der Abschlussarbeit mit einem Thema, das mich schon länger beschäftigte und interessierte – die Situation von Frauen im Kulturmanagement und unterschiedliche Fördermöglichkeiten, vor allem von Frauen in Leitungspositionen.

Für mich steht nun fest, dass ich meinen Weg in Richtung Controlling und Leitung von Kulturinstitutionen weitergehen möchte. Was ich mir nach meiner Schulzeit an der HAK gar nicht vorstellen konnte – im betriebs- und finanzwirtschaftlichen Bereich zu arbeiten – ist nun in Verbindung mit den realen Inhalten eines Theaterbetriebs unglaublich spannend für mich. Dabei geht es für mich darum, durch Planung, Organisation, Strategieentwicklung und Budgetarbeit eine gute Basis für die Arbeit von KünstlerInnen zu schaffen.

Seit dem Abschluss des Lehrgangs hat sich einiges getan. Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal die Herausforderung einer Produktionsleitung angenommen: Die Kinderoper „Mathilde, Max und Fasolan oder: Die Zwerge von Schloss Mirabell“ von Fabio Buccafusco und Robert Pienz feierte erfolgreich am 30. Juni 2016 Premiere.

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© Chris Rogl, „Dantons Tod“ von Georg Büchner – Eröffnungspremiere der Spielzeit 16/17 am Schauspielhaus Salzburg am 16. September 2016

Außerdem bin ich seit vergangenem Herbst wieder an der Uni, um „Recht und Wirtschaft“ zu studieren. Es gibt ganz viele Soft Skills, die man für eine Arbeit im Kulturmanagement mitbringen sollte – Umgang mit Menschen und neuen Situationen, Hands-On-Mentalität, gute Selbstorganisation, hohe Motivation und Einsatzbereitschaft, Überblick bewahren und Zusammenhänge erkennen, Interesse an Weiterentwicklung und Durchhaltevermögen.

Ganz wichtig finde ich die Identifikation mit der Institution, für die man arbeitet und Begeisterung für die gezeigten Theaterproduktionen. Durch das Studium möchte ich mir vor allem fundiertes Fachwissen aneignen, um für alle bevorstehenden Herausforderungen – für die kleinen Alltäglichen genauso wie für die großen Richtungsweisenden – gut gerüstet zu sein.

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