Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil I „ROCKY“

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Dieses Mal haben wir für das alljährliche Fotokunst-Projekt auf unserem Seminarprogramm der Zertifikatslehrgänge Kulturmanagement & Kulturvermittlung ein Gewinnspiel ausgerufen. In Kooperation mit der Graphischen Wien haben wir Diplomprojekte ausgewählt, die von Studierenden aus den dortigen Kollegklassen produziert worden sind. Die eingereichten Projekte waren qualitativ sehr hochwertig und vielfältig – damit wir uns für ein Siegerprojekt entscheiden konnten, haben wir uns Unterstützung geholt: Die Jury hat sich zusammengesetzt aus Larissa Cerny (Grafikern), Živa Vavpotič (Freiberufliche Kuratorin und Kulturarbeiterin), Corinna Eigner (Kommunikation bei Kulturkonzepte) und Bettina Letz in unparteiischer und beratender Funktion (Lehrerin für Fotografie an der Graphischen).

Das Team des Projekts „UNTERTITEL – Reinszenierungen von Filmen“ hat die Jury letztlich überzeugt – in den Fotoserien spiegeln sich subtil die unterschiedlichen Sparten von Kunst und Kultur wider und zeigen die ProtagonistInnen an „magischen“ Orten Wiens. Die FotografInnen schaffen es außerdem, mit diesem Fotobuch die essentielle Bedeutung von Kunst und Kultur auf den einzelnen Menschen zu verdeutlichen. Die zentrale Frage „wozu braucht die Gesellschaft Kunst und Kultur“ beantworten sie in ihrer Arbeit sehr zugänglich. Wir freuen uns, als Aus- und Weiterbildungsinstitut für Kulturmanagement und Kulturvermittlung, diese Kernaussage weitervermitteln zu dürfen!

Hier präsentieren wir euch die Interviewreihe mit dem Projektteam, bestehend aus Lea Sonderegger, Patrick Rieser, Viktoria Satovich und Sophia Mara Egger-Karlegger, wo wir in drei Teilen jeweils eine Fotoserie des Projektes „UNTERTITEL“ unter die Lupe nehmen:

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Was steckt hinter dem Projekt „UNTERTITEL“?

Bei „UNTERTITEL“ handelt es sich um ein Fotobuch mit Interviews, in dem wir der Frage nachgehen, wie stark Filme auf einzelne Menschen wirken können.

Im Zuge des Projekts haben wir uns auf die Suche gemacht, diese Menschen zu finden und vorzustellen, um auf ein wenig beachtetes Phänomen aufmerksam zu machen. Sechs Personen, die von bestimmten Filmen besonders geprägt wurden, haben wir interviewt, porträtiert und in einem fiktiven Filmplakat fotografisch inszeniert. Alle sechs Geschichten zeigen, wie unterschiedlich ein Film das Leben von Menschen beeinflussen kann.

Im Buch finden sich zu den einzelnen Personen kurze einleitende Texte und auch immer wieder kurze Passagen aus den Original-Interviews. Auf der Webseite zum Projekt findet ihr die Audioversion der vollständigen Interviews.

Wie setzt sich euer Projektteam zusammen? Was waren eure jeweiligen Aufgaben?

Die Idee für das Projekt kam von Lea Sonderegger und Patrick Rieser. Sie beide waren auch für den fotografischen Part des Projektes zuständig und haben Kontakt zu den ProtagonistInnen der Fotoserien aufgenommen. Weitere Aufgaben waren die Recherche der jeweils favorisierten Filme, Ideen-Entwicklung, Suche und Besichtigung entsprechender Locations und Organisation von Requisiten, Licht etc..

In den Arbeitsbereich von Sophia Egger-Karlegger sind drei verschiedene Aufgaben gefallen. Sie hat für jeden Film eine analoge Collage erstellt, die als Einführung des jeweiligen Protagonisten im Buch zu sehen ist. Sie hat die Interviews aufgenommen, geschnitten und transkribiert und sie für unsere Website eingerichtet.

Für das Gestalten, das Konzipieren und Layoutieren des Fotobuches, war Viktoria Satovich zuständig. Sie hat außerdem die fiktiven Filmplakate entworfen.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Herausgekommen sind ein sehr gelungenes Fotobuch und eine Website zu den Interviews. Was plant ihr noch?

Wir können uns sehr gut vorstellen, dieses Projekt einmal weiter zu führen, das fänden wir sehr schön. Dazu bräuchte es allerdings einen Sponsor, denn so ein Buchprojekt ist mit Kosten verbunden, und bislang besitzt nicht einmal jeder von uns ein eigenes Exemplar. Also der nächste große Schritt ist auf jeden Fall die Sponsorensuche.

SERIE #1 „ERWIN UHRMANN & ROCKY“

Was verbindet euren Protagonisten Erwin mit dem „Underdog“ Rocky? Was bedeutet ihm das Filmzitat „No Pain?“

Erwin sieht nicht nur den Kämpfer in Rocky, sondern kann sich auch mit seiner introvertierten und fürsorglichen Art identifizieren. Der Film hat damals den Kampfgeist in dem Schüler Erwin erweckt und hat ihm so durch seine Schulzeit und andere schwierige Lebenssituationen geholfen. Wie der Trainer zu Rocky, sagt Erwin auch heute noch in ausweglos erscheinenden Momenten gerne zu sich selbst: „No Pain!“.

LiebhaberInnen der Wiener Programmkinos erkennen den Ort des Shootings sofort – das Gartenbaukino. Wieso habt ihr diesen Ort ausgewählt? War es schwierig, den großen Kinosaal für euch alleine zu bekommen? Wie habt ihr das gemacht?

Erwin selbst ist ein Cineast – daher war es für uns klar, dass wir ihn auch in einem Kino fotografieren werden. Generell war es uns wichtig, die Portraits an Orten zu machen, zu denen die jeweiligen Personen einen persönlichen Bezug haben. Beim Gartenbaukino handelt es sich um eines von Erwins Lieblingskinos, damit war die Entscheidung gefallen. Zudem haben uns das besondere Flair und die schöne Ausstattung des Gartenbaukinos auf Anhieb gefallen.

Wir haben um eine Fotoerlaubnis angefragt und hatten Glück. Unsere Kontaktperson war sehr begeistert von unserem Projekt und gerne bereit, uns zu unterstützen.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Wohin hat es Erwin letztendlich verschlagen? Hat er sich für Boxkurse angemeldet? 

Obwohl Boxen im Film eine tragende Rolle spielt, war dieser Sport für Erwin eher nebensächlich. Er empfindet ihn eher als Metapher für das „Sich-Durchkämpfen“ im Leben – dafür, dass man immer wieder aufsteht und nicht so schnell aufgibt. Dieser Film gibt ihm bis heute Hoffnung und Zuversicht.

 

Das ganze Interview mit Erwin Uhrmann könnt ihr euch hier anhören.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich

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Kategorien:Allgemein, Kunstprojekte

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