Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil II „A CLOCKWORK ORANGE“

A Clockwork Orange - UNTERTITEL

Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Im ersten Teil der Interviewreihe zu unserem aktuellen Fotokunstprojekt konntet ihr lesen, welche Intention hinter dem Fotobuch „UNTERTITEL“ steckt. Wir haben euch die Fotoserie „ERWIN UHRMANN & ROCKY“ vorgestellt und erfahren, warum sich dieser Film wie ein Leitmotiv durch das Leben des Protagonisten zieht.

In zweiten Teil stellen wir euch jemanden vor, auf den Stanley Kubricks „A Clockwork Orange“ einen starken Eindruck gemacht hat. Einleitend dazu noch zwei allgemeine Fragen über das Projekt ans Team:

Wie habt ihr die Personen für das Projekt gefunden und ausgewählt? Was waren Herausforderungen?

Wir haben Flyer verteilt, Emails verschickt und Aussendungen über soziale Netzwerke getätigt. Außerdem haben wir versucht, durch Mundpropaganda im Freundes- und Bekanntenkreis fündig zu werden. Es war uns ein Anliegen, dass unser Buch tiefgehende Geschichten von Personen beinhaltet, die unterschiedlich alt sind und verschiedenen sozialen Schichten angehören. Eine besondere Schwierigkeit lag tatsächlich darin, Frauen dafür ausfindig zu machen, die bei dem Projekt mitmachen wollen.

Für dieses Projekt habt ihr mit dem Filmmuseum Wien kooperiert – wie hat diese Zusammenarbeit ausgesehen?

Es ist generell so, dass man für ein Diplomprojekt an der Graphischen einen externen Partner hinzuziehen muss. Wir haben uns damals an das Filmmuseum Wien gewandt. Stefan Huber (Vermittlung und Forschung im Filmmuseum) war dabei unsere Kontaktperson. Mit ihm hatten wir das große Glück, dass wir sehr frei arbeiten und das Buch nach unseren Vorstellungen gestalten konnten. Er war mit großem Engagement dabei und stand uns unterstützend zur Seite.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

SERIE #2 „VICTORIA NIKOLAEVSKAJA & A CLOCKWORK ORANGE“

 Der Film „A Clockwork Orange“ ist nicht leicht zu verdauen – wann hat eure Protagonistin ihn zum ersten Mal gesehen und was waren ihre Eindrücke?

Das erste Mal hat Victoria den Film mit fünfzehn Jahren gesehen, ihn aber nicht wirklich verstanden. Deswegen hat sie ihn gleich am nächsten Tag noch einmal angeschaut, und das war für sie dann eine richtige Offenbarung – hinsichtlich dessen, wie sie Filme seitdem wahrnimmt, versteht und interpretiert.

Was denkt sie über die Hauptfigur Alexander DeLarge und welchen Einfluss hatte seine Darstellung auf sie? Verbindet sie etwas miteinander?

Mit „A Clockwork Orange“ hat sich Victorias Sicht auf die Schauspielkunst stark geändert, was ihr bei ihrer eigenen Schauspielentwicklung sehr geholfen hat. Besonders bewundert sie die Leistung des Schauspielers Malcolm McDowell, der Alex spielt.

Mit der Gewalttätigkeit und den vielen Exzessen von Alex DeLarge konnte sich Victoria überhaupt nicht identifizieren. Im Film wird die Hauptfigur zu einem Umdenken gezwungen und gegen ihren Willen therapiert. Victoria fühlte sich mit Alex in genau jener Situation eng verbunden, in der er diesen Bruch durchmacht. Eine vergleichbare Phase hat auch sie schon in ihrem Leben durchgemacht.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Auch in dieser Fotoserie habt ihr einen prominenten Ort in Wien gewählt – welchen Bezug hat Victoria zur Hauptbücherei?

Einer von Victorias Lieblingsorten in Wien ist die Stiege von der Hauptbücherei. Ein Ort, an dem sie schon sehr viel Zeit verbracht hat und kreativ arbeiten konnte.

Mit 15 Jahren litt sie an starken Schlafstörungen und hat jede Nacht, bis es hell wurde, Filme angeschaut. Morgens ist sie dann immer spazieren gegangen, hat sich auf die Stiegen gesetzt und Texte geschrieben, gedichtet oder gezeichnet.

 

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Der Schnee und die Farbe Weiß sind in dieser Serie sehr prominent – gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Schön war, dass wir bei unserem Projekt zu jeder Jahreszeit fotografieren konnten. Im Winter fand das Shooting von Victoria statt. Der Schnee passte gut zu der sehr präsenten Farbe Weiß im Film, die immer wieder auftaucht, wie zum Beispiel in der Milchbar oder auch in den Outfits der Drooges.

Das ganze Interview mit Victoria Nikolaevskaja könnt ihr euch hier anhören.

Die Präsentation der Fotoserie UNTERTITEL ist Ergebnis einer Kooperation des Instituts für Kulturkonzepte mit der Graphischen Wien. Im Rahmen des Fotowettbewerbs hat das SiegerInnenteam Freiplätze bei der Sommerakademie für Kulturmanagement gewonnen.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich

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Kategorien:Allgemein, Kunstprojekte

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