Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil III „NAKED LUNCH“

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Heuer haben wir bereits zum zweiten Mal ein Fotokunstprojekt in Kooperation mit der Graphischen Wien gefunden. Letztes Jahr haben wir auf unserem Seminarprogramm das Projekt „BEFORE FINE ART | VOR BILDENDE KUNST“ präsentiert. Die Interviewreihe mit den drei Fotografen zu diesem Projekt findet ihr auch hier auf unserem Blog.

Wir freuen uns jedes Jahr, so professionelle Projekte und sympathische Studierende im Rahmen des Fotowettbewerbs auf der Graphischen kennenlernen zu dürfen. Aktuell erreichen die Fotos des SiegerInnen-Teams auf 6.000 Exemplaren unseres Seminarprogramms den gesamten deutschsprachigen Raum. Zu gewinnen gab es übrigens auch Freiplätze in unseren Seminaren – in der Sommerakademie für Kulturmanagement holt sich das vierköpfige Projektteam heuer Skills und Know-how für den Jobeinstieg im Kulturbereich.

Hier stellen wir euch eine dritte Fotoserie aus dem Fotobuch „UNTERTITEL“ vor:

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

SERIE #3 „MARIO ROM & NAKED LUNCH“

Was war euch bei der fotografischen Umsetzung der Geschichten eurer ProtagonistInnen wichtig?

Generell haben wir bei der Umsetzung zwischen der Portraitfotografie und den inszenierten Filmplakaten unterschieden. Im Fall der inszenierten Fotos haben wir uns darum bemüht, uns in der Bildsprache an dem jeweiligen Film zu orientieren. Ein wichtiger Punkt war, die originalen Filmplakate nicht etwa nachzustellen, sondern ein individuelles Filmplakat zu schaffen.

Inspirationsquellen waren die Filme selbst, aber auch die Gespräche mit unseren ProtagonistInnen. An uns war es, herauszufinden, welche Filmszene jeweils für unsere ProtagonistInnen von besonderer Bedeutung ist und mit welcher Filmfigur sie sich vor allem identifizieren können.

Um aber auch einen Einblick in das „wahre“ Leben der ProtagonistInnen zu geben, war es uns wichtig, neben den inszenierten Filmplakaten auch natürliche Portraits von ihnen zu produzieren.

Dafür haben wir sie an für sie bedeutenden Orten in Wien fotografiert, mit dem Ziel, den BetrachterInnen die jeweilige Persönlichkeit etwas näher zu bringen.

 

Fragen zu Serie „Mario & Naked Lunch“

David Cronenbergs Verfilmung ist – genauso wie die gleichnamige Romanvorlage von William S. Burroughs – voller skurriler Figuren und Ereignisse. Was fasziniert euren Protagonisten Mario besonders daran?

Am besten gefallen Mario die Musik und die gesamte Stimmung des Films. Besonders beeindruckend findet er die Verschmelzung von Realität und Halluzination. An der Musik fasziniert ihn, wie die dunklen Orchesterakkorde in Kombination mit dem schrägen Saxophon diese düstere Stimmung erzeugt.

Der Film ist auch bekannt für seine stimmungserzeugende Jazzmusik. Was denkt Mario darüber, der selbst in einem Jazztrio als Trompeter spielt?

Mario hat eine Zeit lang fast ausschließlich Musik vom Saxophonisten Ornette Coleman gehört, der gemeinsam mit Howard Shore die Musik zum Film geschrieben hat. Dadurch ist er überhaupt auf den Film gestoßen. Das war zufällig zur selben Zeit, als er zusammen mit Lukas Kranzlbinder und Herbert Pirker eine eigene Band gründete. Der Film wurde für die drei Musiker zur „größten Inspirationsquelle“. Ihre eigene Musik ist voll von Einflüssen und Elementen des Films. Bestimmte Songs haben die Musiker nach Figuren aus „Naked Lunch“ benannt und sie auf ihre Art und Weise musikalisch interpretiert. Auch ihr Bandname „Mario Roms Interzone“ bezieht sich auf die „Interzone“ aus dem Film.

 

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Auf dem Plakat, das ihr reinszeniert habt, steht „Nothing is true – everything is permitted“ – Was steckt hinter dem Zitat?

Für die Band ist dieser Ausspruch eine Art Motto geworden, denn er gibt sehr gut ihr Musikverständnis wieder. Für Mario und seine Bandkollegen gibt es nicht die eine wahre Musikrichtung, sondern für sie ist sozusagen alles erlaubt. Ein Musikstück von ihnen heißt „Nothing is True“, ein anderes „Everything is Permitted“ – so haben sie auch ihre ersten beiden Alben benannt.

 

Bei dieser Fotoserie sind die Gestaltung und der Einsatz von Licht sehr auffallend. Was habt ihr euch da überlegt und wo habt ihr das Shooting gemacht?

Das Shooting fand im Porgy & Bess statt. Ein Jazzclub, in dem Mario mit seiner Band „Mario Roms Interzone“ schon einige Auftritte hatte. Die Räumlichkeiten und die vorherrschende Lichtstimmung passen in unseren Augen perfekt zum Ambiente des Cronenberg-Films.

Auch das Team vom Porgy & Bess war sehr hilfsbereit und hat uns ein paar Stunden vor einem Konzert zum Fotografieren hereingelassen.

Das ganze Interview mit Mario Rom könnt ihr euch hier anhören.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich

Das Projekt war eure Diplomarbeit auf der Graphischen, die ihr alle im Herbst abgeschlossen habt. Wie geht es nun bei euch weiter?

Lea studiert momentan an der „Friedl Kubelka Schule für künstlerische Fotografie“ und ab Herbst 2017 wird sie auf der Universität für angewandte Kunst die Klasse für angewandte Fotografie und zeitbasierende Medien besuchen.

Noch während des Diploms an der Graphischen hat Viktoria als Praktikantin bei der Werbeagentur DDB Wien gearbeitet. Zurzeit macht sie ein weiteres Praktikum bei der Wiener Grafikagentur EN GARDE. Ab Herbst könnte es Viktoria für die Meisterklasse wieder zurück an die Graphische ziehen.

Sophia studiert Kunstgeschichte an der Universität Wien und verwirklicht ihre eigenen künstlerischen Projekte.

Patrick arbeitet seit seinem Abschluss an der Graphischen im Fotografie- und Filmbereich.

 

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Kategorien:Allgemein

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