Innovation im Kulturbetrieb – 2 ExpertInnen im Interview

KLIMT’S MAGIC GARDEN

Foto: KLIMT’S MAGIC GARDEN: A Virtual Reality Experience by Frederick Baker © MAK/Mona Heiß

Ein Artikel von Sandra Rindler, Institut für Kulturkonzepte

Wie können uns Kunst und Kultur heutzutage spürbar erreichen und motivieren? Wie verändern neue Technologien unser Kunst- und Kulturverständnis? Welche Chancen und Herausforderungen bringen sie mit sich? Diese Fragen beantworten uns Georg Steker (MUSIKTHEATERTAGE WIEN) und Janina Falkner (MAK) und stellen uns Best Practice Projekte vor.

 

Wie entsteht Innovation im Kulturbereich aus deiner persönlichen Perspektive?

Georg: Es braucht strukturelle Rahmenbedingungen, um das notwendige künstlerische Risiko eingehen zu können, innovativ zu sein. Diese „Freiheit zu Scheitern“ ist notwendig, um Neues zu finden – und die Kenntnis über die künstlerischen Traditionen, um sich aus diesen heraus, auf die Suche nach Neuem zu begeben. Was Kunstschaffende dabei antreibt sind die Veränderungen in gesellschaftlichen Dynamiken und die daraus resultierenden neuen Fragestellungen.

Warum ist deiner Meinung nach Innovation im Kulturbetrieb so wichtig?

Janina: Veränderung passiert nicht einfach: Wir sind es, die auf Entwicklungen reagieren, die verändern und erneuern. Eine Kernaufgabe von Bildungs- und Kulturinstitutionen ist es, Prozesse nicht nur zu reflektieren, sondern sie mitzugestalten – besonders, wenn man Kunst und Design als treibenden Motor von Innovation und positiver Veränderung positionieren will. Das MAK steht für die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft.

Mit der SMARTOPER habt ihr bei den MUSIKTHEATERTAGEN ein interessantes Konzept entwickelt, mit dem ihr erfolgreich die Brücke zwischen Tradition und Innovation schlagt. Wie funktioniert es?

Georg: Die SMARTOPER ist ein Konzept meines Kollegen Thomas Desi, das Smartphones ins Theaterschaffen einbezieht. Die ZuseherInnen erhalten darüber in realtime Anweisungen und werden so zu den GestalterInnen der Oper. Das Smartphone wird zum Vermittler, zum Gestaltungstool. Es ist ein spielerischer Versuch, die unterschiedlichen Dynamiken zweier Kommunikations-Welten übereinander zu schieben.

SMARTOPER

Foto: TABU KOLLECZIO, Eröffnungsprogramm des Musiktheatertage Festivals 2018, All rights reserved Marton KOVACS

Welche Herausforderungen und Chancen bringen neue Technologien für die Kunstvermittlung mit sich?

Janina: Neue Technologien bringen eine Vielfalt an Möglichkeiten. Die zentrale Frage ist, wie und wann wir sie einsetzen. Es können vielschichtige Ebenen von Erzählungen, Verknüpfungen und Informationen kombiniert werden. Dabei soll der Moment der Gegenwartserfahrung, die Aura von Kunst und Raum, nicht verloren gehen. Unser Projekt KLIMT’S MAGIC GARDEN war zum Beispiel eine Möglichkeit, auf eine ganz neue Art in ein Bild ein- und wieder auszusteigen, von einer künstlerischen Inszenierung vollkommen vereinnahmt zu werden und gleichzeitig einen filmischen Weg zu gehen – eine künstlerische Auseinandersetzung mit einem Meisterwerk und neueste Technologie zugleich.

Du möchtest selbst mit KulturmanagerInnen sprechen und mehr über ihren Job erfahren? Dann komm am 5. Juni zum Kulturkonzepte-Messestand zur unisuccess in die Kultur-Sprechstunde. Dazu laden wir ExpertInnen aus dem Kulturbereich ein, die sich auf deine Fragen freuen! Hier ist der Timetable zur Kultur-Sprechstunde:

11.00 – 12.00 Uhr: Michael Marth, Kunsthistorisches Museum WienKUNST FÜR UNS
12.00 – 13.00 Uhr: Sabine Branner, Musikverein Wien
13.00 – 14.00 Uhr: Nicole Eichinger, Albertina Museum 
14.00 – 15.00 Uhr: Norman Shetler, Gartenbaukino

Georg Steker könnt ihr am 4. Juni beim Vorfeld-Vortrag im Rahmen der unisuccess Lern jetzt was G’scheits – Dein Weg zum Kulturjob kennenlernen, der euch gemeinsam mit Corinna Eigner vom Institut für Kulturkonzepte die Sommerakademie für Kulturmanagement vorstellen wird.

MO 4. Juni 2018, 17:00 – 19:00 Uhr, Vortrag von Corinna Eigner & Georg Steker im Kleinen Festsaal (1. Stock) Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien


DI 5. Juni 2018, 09:30 – 16:30 Uhr, Messestand 47 „Berufsbilder im Kunst- und Kulturbereich“ des Instituts für Kulturkonzepte, Hauptgebäude der Universität Wien.

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